Energie-Zentrum Niederrhein

Ihr energetisches Planungsbüro

Verbraucherinfos

Empfehlungen zum Energiesparen und gesundem Wohnen

Hinweise zum richtigen Lüften

Bei Maßnahmen, welche die Dichtigkeit des Gebäudes verbessern (Abdichten von Fenstern und Türen, Erneuerung von Fenstern und Türen etc.), ist ein entsprechendes Nutzerverhalten notwendig. Bei alten Fenstern ergibt sich ein unkontrollierbarer und damit verbunden ein größerer Lüftungswärmeverlust als erforderlich. Bei alten Fenstern stellt sich der aus hygienischen und feuchtbedingten Notwendigkeiten erforderliche Luftwechsel durch die vorhandenen Undichtigkeiten der Fugen in der Regel von selbst ein. Damit ergibt sich ein unkontrollierbarer und damit verbunden
ein größerer Lüftungswärmeverlust als erforderlich. Bei abgedichteten bzw. modernen Fenstern reduzieren sich die Fugenverluste so, dass der erforderliche Luftwechsel durch ein angepasstes Nutzerverhalten erreicht werden muss. Entscheidend für die Begrenzung der Lüftungsverluste ist richtiges Lüften, da die Verluste durch zu lange oder ständig geöffnete oder gekippte Fenster beachtlich sind. Erfolgt kein Austausch der feuchten Raumluft, so kann es durch Kondensation der Feuchtigkeit an den Wänden zu Feuchtschäden bis hin zu Schimmelpilzbildung kommen. Tag für Tag müssen in einer Wohnung etwa 10-15 Liter Wasser weggelüftet werden, beim Wäschetrocknen und bei vielen Zimmerpflanzen noch mehr! Ein Mindestmaß an Lüftung ist zudem für die Gesundheit und das
Wohlbefinden der Bewohner erforderlich (Ausdünstungen aus Möbeln und Textilien). Ein maschinelles, mechanisches und damit kontrollierbares Be- bzw. Entlüften mit Lüftungsanlage setzt beim Gebäude hohe Anforderungen an.
Bei Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand, die die Dichtigkeit der Gebäude verbessern, muss das richtige Be- und Entlüften durch ein angepasstes Nutzerverhalten erreicht werden.

Als Regel gilt:
Besser häufiger kurz lüften (Stoßlüftung) als Dauerkippstellung der Fenster!
Ferner sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • in den Wintermonaten wird eine mehrmalige tägliche Stoßlüftung von 4-6 Minuten empfohlen, in den Übergangszeiten 10-15 Minuten.
  • Feuchtigkeit sollte dort durch die Fenster abgeführt werden, wo sie entsteht (Bad, Küche, …)
  • Warme (feuchte) Luft nicht in kalte bzw. ungeheizte Räume leiten.
  • Während des Lüftens sind die Thermostatventile an den Heizkörpern zuzudrehen.
  • Türen zwischen Räumen mit mehr als 4° Temperaturu nterschied geschlossen halten.
  • Kellerräume eher im Winter lüften, nur dann kann einströmende Luft Feuchtigkeit aufnehmen.
  • Langes Dauerlüften vermeiden (Oberflächen kühlen aus).
  • Schlafzimmer mehrmals täglich kurz lüften, Textilien u. Möbel nehmen Wasser auf (es fällt ca. 400g pro Person und Nacht an).
  • Zur Vermeidung von Schimmel trägt auch bei: Keine Schränke und große Bilder an ungedämmte Außenwände stellen/hängen.

Hinweise zur Luftfeuchte

Wussten Sie, dass ein Vier-Personen-Haushalt am Tag ca. 10 Liter Wasser erzeugt (atmen, waschen, putzen, kochen etc.) und an die Raumluft abgibt? Diese Feuchte muss abgeführt bzw. zwischen gespeichert werden! Moderne Innenräume sind jedoch aufgrund neuartiger Baustoffe und Techniken immer luftdichter geworden und werden immer besser gedämmt – mit allen daraus resultierenden innenräumlichen Feuchtproblemen. Kalk- und Lehmputze sind in hohem Maße diffusionsoffen (sofern sie eine diffusionsoffene Oberflächengestaltung erhalten!). Dass heißt, dass Luftfeuchte in großen Mengen aufgenommen, gespeichert und bei zu geringer Luftfeuchte wieder abgeben werden kann. Somit pendelt sich immer
eine ideale Luftfeuchte ein, was dem Raumklima und somit der Gesundheit der Bewohner zu Gute kommt (z.B. weniger Erkältungskrankheiten in den Wintermonaten!). Eine 10 mm starke Kalkputz-Schicht nimmt in einem ca. 24 m² großen Wohnraum ca. 17 Liter Wasser auf. Diese Menge wird bei zu trockener Luft (z.B. nach dem winterlichen Lüften) wieder abgegeben. Dieser Austausch funktioniert wie eine natürliche Klimaanlage – ohne Strom und technischen Aufwand! Kalkputz hat zudem eine hohe Alkalität – natürlicher Schutz vor der Besiedlung von Mikroorganismen! Lehm bindet Schadstoffe und ist geruchsabsorbierend!

Anmerkungen zur Behaglichkeit

Behaglich fühlt sich der Mensch bei angenehmer Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Am angenehmsten werden bei Temperaturen von 20-22°C Luftfeuchtigkeiten zwischen 40 und 70 % empfunden (siehe auch die Anmerkungen zur Lüftung). Wegen der Temperaturstrahlung hängt das Temperaturempfinden nicht nur von der Temperatur der Raumluft, sondern auch von der Temperatur der Umgrenzungsflächen ab. Durch Wärmedämmmaßnahmen erhöht sich die Behaglichkeit und damit der Wohnkomfort in einem Gebäude oft erheblich, weil die Flächen nicht mehr kalt wirken. Umgekehrt kommt es in schlecht gedämmten Objekten auch zu großen Temperaturunterschieden und Zugerscheinungen. Vor allem die niedrigen Oberflächentemperaturen führen zum Unbehaglichkeitsempfinden. Die kalte Wand strahlt Kühle aus, so dass der Mensch auch bei normalen oder erhöhten Raumtemperaturen friert. Umgekehrt fühlt sich ein Mensch auch bei normalen oder abgesenkten Raumtemperaturen wohl, wenn die Wand „warm“ ist. Günstig sind daher auch Flächenheizungen (Wand- und Fußbodenheizung), da hier ein großer Teil der Hülle Wärme abstrahlt. Eine gut gedämmte Gebäudehülle erhöht die Oberflächentemperatur der Bauteile erheblich. Nach der Dämmung kann man also nicht nur mit deutlich verringerten Transmissionswärmeverlusten rechnen, sondern die Raumtemperatur etwas herunternehmen. Ein Grad geringere Raumtemperatur bedeutet rund 6 %
Energieeinsparung!

Allgemeine Energiespartipps

  • In Wohn- und Arbeitsräumen reicht eine Temperatur von 20° Celsius aus. Nachts und in ungenutzten Räumen sollte die Temperatur auf etwa 15° Celsius gesenkt werden.
  • Die Senkung der Raumtemperatur durchschnittlich nur um 1°C senkt, spart rund 6 % Heizkosten.
  • Ökonomisch und günstig ist kurzes kräftiges Stoßlüften etwa 3 bis 4 mal täglich in Abhängigkeit von der Außentemperatur jeweils 2-7 Minuten. Bei Durchzug wird die verbrauchte Raumluft schneller ersetzt. Kein Dauerlüften durch das Kippen eines oder mehrerer Fenster! Das ist für den erforderlichen Luftaustausch nahezu nutzlos und verschwendet unnötig Energie. Beim Lüften sollten die Heizkörperventile immer geschlossen sein.
  • Heizkörper sollten nicht durch Möbel oder ähnliches verstellt werden, da die erwärmte Luft sonst nicht zirkulieren kann.
  • Verwenden Sie möglichst Lampen mit niedrigem Stromverbrauch, hoher Lichtausbeute und langer Lebensdauer.
  • Bei Duschen können Durchflussbegrenzer angebracht werden sowie Perlatoren an den Zapfstellen (z.B. Waschbecken im Gäste-WC). Wassereinsparung bis 50 %.

Rationeller Stromeinsatz

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Satz: „Der Strom kommt doch ganz einfach aus der Steckdose!“ Damit ist für viele das Thema Elektrizität (umgangssprachlich: Strom) auch schon erledigt. Dabei handelt es sich beim Strom um den teuersten und CO2-schädlichsten Energieträger. Strom wird in Deutschland (Stand 2001) zu 33 % aus Atomkraftwerken, zu 60 % aus fossil befeuerten Kraftwerken und zu 7 % aus regenerativen Stromerzeugungs- anlagen geliefert. Die mit 51 % größte Menge kommt aus Kohlekraftwerken, die zwar umwelttechnisch meist auf dem neuesten Stand sind, aber dennoch viel vom klimaschädlichen Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Man spricht vom sog. Bundeskraftwerkemix zur Stromerzeugung, an dem sich nur durch Investitionen, also über längere Zeiträume, etwas ändern kann. Für die Strombereitstellung in diesem System entstehen heute und in absehbarer Zeit für jede Kilowattstunde (kWh), die bezogen wird, durchschnittlich etwa 660 g CO2. Leider konzentrieren sich Beratungen oft nur auf die Optimierung von Stromliefer- verträgen zur Kosteneinsparung, ohne auch nur eine kWh einzusparen. Die Verbrauchsreduktion steht also nicht im Vordergrund, obwohl sich auch die Einsparung bzw. Substitution der „Edelenergie“ Strom kostensenkend auswirkt. Einfachstes Substitutionsbeispiel bei mindestens gleichem Komfort ist bei der Warmwassererwärmung der Ersatz eines elektrischen Durchlauferhitzers durch eine thermische Solaranlage oder durch einen Warmwasserspeicher, der über einen Gas-/Ölkessel erwärmt wird. Wer schneidet eigentlich Butter mit der Motorsäge? Warum also 50°C warmes Wasser mit de r Edelenergie Strom „herstellen“?

Einfachstes Beispiel für eine Verbrauchsreduzierung bei gleichem Komfort ist der Austausch der Glühlampe durch eine Kompaktleuchtstofflampe („Energiesparlampe“). Bei gleicher Helligkeit hat die Kompaktleuchtstofflampe nur etwa 1/5 der Leistung einer Glühlampe und bezogen auf die gleiche
Nutzungszeit natürlich auch nur 1/5 des Stromverbrauchs. Im Folgenden werden
Stromeinsparpotenzial aufgezeigt und Handlungsvorschläge vermittelt.

Maßnahmen zum Stromsparen

Rechnerisch erfasst und berechnet wird in diesem Gutachten der Wärmeaspekt. Dieser kann hier mit hinreichend großer Genauigkeit ermittelt werden und Schlussfolgerungen in Bezug auf Energieeinsparmaßnahmen gezogen werden. Nicht berücksichtigt wird der Aspekt des Elektroenergieverbrauches, sofern er nichts mit Raumwärme oder Warmwasserbereitung zu tun hat. Dennoch ist dieser Bereich sehr wichtig und zum Teil erhebliche Einsparungen sind auch hier möglich. Daher wollen wir in einem kleinen Exkurs hierauf eingehen und Ihnen Hilfestellungen anbieten, auch hier erfolgreich Energie einzusparen.

Strom-Info
Stromenergie ist für den Verbraucher eine sehr komfortable und saubere Energie. „Stecker in die Steckdose oder Lichtschalter an“ – wenige machen sich darüber Gedanken, was hinter diesem Komfort steckt:
In herkömmlichen Kraftwerken müssen 3 kWh Primärenergie aufgewendet werden, um 1 kWh Strom zu erzeugen. 2 kWh gehen als Abwärme verloren!
Stein-, Braunkohle und Gaskraftwerke verursachen somit zusammen 350 Mio. t CO2, das sind 40% der CO2-Gesamtemissionen in Deutschland. Hinzu kommen das hohe Gefahrenpotential der Kernenergie und deren ungelöstes
Endlagerungsproblem. Aus dieser Problematik lassen sich 4 Ziele ableiten:

  1. Strom einsparen (was ohne Komfortverlust möglich ist!)
  2. Einsatz effizienter Techniken (sparsame Geräte und Beleuchtung, etc.)
  3. Einsatz regenerativer Energien (z.B. Sonne, Wind- und Wasserkraft)
  4. Ausbau der Strom- (und Wärme-) Erzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerken (aus der eingesetzten Primärenergie wird 1/3 Strom und 2/3 Wärme erzeugt/genutzt)

Einige Stromspar-Tipps für den häuslichen Alltag:

  • Ersetzen Sie Glühlampen durch Kompaktleuchtstofflampen! Diese sind fast überall sinnvoll einzusetzen. Eine Ausnahme bilden Bereiche, in denen die Lampen nur sehr kurz brennen. Kompaktleuchtstofflampen sind heute in allen Formen und Größen erhältlich; auch die Leuchtfarben reichen vom warmen gelb bis zum weißen Bürolicht. Sie sind preiswert geworden und sparen je nach Leistung zwischen 20 und 80 € pro Lampe in deren
    Lebensdauer.
  • Schalten Sie Geräte richtig aus! Viele elektrische Geräte (Fernseher, Musikanlage…) bieten einen Stand-By-Betrieb an, der energetisch unsinnig ist. Auch wenn dieser Stromfluss zunächst vernachlässigbar klein anmutet, so haben Messungen doch erschreckend hohen Stand-By-Verbrauch zutage gefördert. Zusammengenommen ließe sich bundesweit ein
    Kernkraftwerk komplett einsparen, wenn Geräte richtig ausgeschaltet würden. Auch ohne Stand-By verbrauchen viele Geräte (Computer, Monitore, Drucker und viele andere) in ausgeschaltetem Zustand (!) Strom. Nutzen Sie daher Steckerleisten mit separatem Schalter, an dem Sie die Stromzufuhr komplett abschalten.
  • Wählen Sie bei Neuanschaffungen das sparsamste Gerät! Das wesentliche Kriterium zur Auswahl bei der Anschaffung eines neuen Gerätes sollte neben der Qualität der Verbrauch an Strom und Wasser sein. „Weiße Ware“ (Spül-, Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke etc.)
    tragen einen entsprechenden Aufkleber, an dem Sie die wichtigsten Kennwerte (typischer Strom- und Wasserverbrauch) erkennen können. Eine Vergleichsliste erhalten Sie vom Bund der Energieverbraucher, von Stiftung Warentest oder Ihrem Energieversorger. Die Mehrkosten
    amortisieren sich praktisch in jedem Fall. Einige Geräte (Wasch- Spülmaschinen) können Warm- und Kaltwasser getrennt aufnehmen. Das bietet den Vorteil, dass das Wasser nicht elektrisch aufgeheizt werden muss, sondern über das wesentlich sparsamere Gasgerät oder besser die Solaranlage. Ältere Maschinen können mit einem Vorschaltgerät nachgerüstet werden.
  • Kontrollieren Sie und analysieren Sie Ihren Stromverbrauch! Im Handel, über den Energieberater und vom Bund der Energieverbraucher werden Messgeräte angeboten, mit denen Sie Energielecks auffinden können. Vergleichen Sie auch den Energieverbrauch Ihrer Geräte mit Richtwerten (ebenfalls beim Bund der Energieverbraucher zu beziehen).
  • Vermeiden Sie Lastspitzen! Kraftwerke halten Kapazitäten für den größten Lastfall vor; d.h. Sie helfen Kraftwerke einzusparen, in dem Sie Strom dann beziehen, wenn andere ihn nicht brauchen. Größte Lastspitzen sind erfahrungsgemäß Spätvormittags im Winter. Schalten Sie daher Wasch- und Spülmaschinen z.B. am späten Nachmittag ein (oder gar nachts).
    Nebenbei: fast alle deutschen Haushalte stellen ihre Waschmaschine montags früh an, was unter anderem die Kläranlagen vor große Probleme stellt.
  • Überprüfen Sie Ihre Heizungspumpe und regeln Sie Ihre Heizung optimal! Vielfach laufen die Pumpen permanent, so dass sich eine falsche Einstellung stark im Stromverbrauch bemerkbar macht. Bitten Sie Ihren Installateur bei der Wartung, die Pumpe genau dem Bedarf anzupassen bzw. eine elektronisch gesteuerte Pumpe einzubauen. Lassen Sie die Heizkurven, die Nacht- und Wochenendabsenkung und die Umstellung von Sommer- auf
    Winterbetrieb überprüfen.
  • Beziehen Sie Öko-Strom! Der Umstieg ist ganz einfach! Einige Ökostromanbieter haben sogar günstigere Tarife als Ihr örtlicher Lieferant. Kontaktadressen (kein Anspruch auf Vollständigkeit!): EWS Schönau , Greenpeace energy , Lichtblick , Naturstrom AG , etc.

Empfehlungen zur Gebäudehülle

Allgemeine Anmerkungen zu Wärmedämmverbund-System (WDVS)

Das Wärmedämmverbund-System (WDVS) wird im allg. als Thermohaut bezeichnet. Zum WDVS aus Dämmstoff, Armierungsgewebe und Putz sollen folgende Anmerkungen gemacht werden:

  • Es sollten nur komplette Systeme von einem Hersteller verwendet werden.
  • Es sollte auf Alu-Sockelschienen (Montagehilfen) verzichtet werden, da diese eine kritische lineare Wärmebrücke darstellen. Alternativ kann z.B. Edelstahl oder ein bereits vorhandener (vorstehender) Sockel eingesetzt werden. Bei einem Einfamilienhaus verschlechtern Alu-Schienen die Dämmwirkung des Systems um 25% gegenüber Edelstahlschienen!
  • Bei Grenzbebauung muss die Aufbringung eines WDVS mit der Baubehörde bzw. dem Nachbarn abgeklärt werden.
  • Achten Sie an den sorgfältigen Anschluss des Dämmmaterials an die Fensterlaibungen (und den Sturz): mindestens ca. 2 – 4 cm starke Dämmplatten um die Laibungsecke herumführen oder die neuen Fenster mit der Außenkante auf die Außenkante der vorhandenen Wand setzten, damit der Dämmstoff einige cm über den Blendrahmen geführt werden kann.
  • In der Regel werden durch den verbreiterten Wandaufbau neue Außenfensterbänke notwendig. Auch diese sollten unterseitig eine Dämmlage erhalten, damit ähnlich wie bei den Fensterlaibungen keine Wärmebrücken entstehen können.
  • Die Dämmplatten sollten umseitig am Rand verklebt werden (keine Klebebatzen), damit eine homogene Verbindung ohne Luftkanäle zwischen Bestandswand und Dämmplatte hergestellt wird.
  • Beim Anbringen eines WDVS müssen die Regenfallrohre vorverlegt werden.
  • Unter Umständen kann auch die Verbreiterung des Dachüberstandes notwendig werden (wird das Dach sowieso neu eingedeckt, ist diese Verbreiterung relativ einfach herzustellen).
  • In stoßgefährdeten Bereichen (z.B. Sockel) kann das Anbringen eines Panzergewebes sinnvoll sein.
  • Entscheiden Sie sich rechtzeitig für eine Fassadenfarbe, der Putz kann dann ggf. eingefärbt werden. Dunkle Farben sind bei WDVS ungünstig und müssen vorher mit dem Systemhersteller geklärt werden.
  • Dämmstoffwahl: Für die Außenwanddämmung mit Putzschicht sind folgende (ökologische) Materialien verwendbar: Holzweichfaserplatten, Zellulose, Schilfrohrmatten, Kalziumsilikatplatten, Mineraldämmplatten und Kork. Diese Materialien sind diffusionsfähig, hygroskopisch, bilden im Brandfall keine giftigen Gase, haben kein Treibhauspotential und sind problemlos zu entsorgen.
  • Konventionelle Produkte sind Systeme mit Mineralfaser oder Hartschaumprodukte*.

*Hinweise zu Hart- und Montageschaumprodukten:
Nachdem seit 1995 FCKW als Treibmittel in Dämmstoffen verboten wurde, kommt in vielen Produkten (z.B. PUR-Hartschaum und XPS Extruderschaum einzelner Hersteller) HFCKW als Treibmittel zum Einsatz. Auch dieses Treibmittel hat ein hohes Treibhauspotential und ist langfristig keine Alternative (leider offiziell noch bis 2015 in Deutschland erlaubt)!
Treibmittel im Vergleich:
CO2 Treibhauspotential: 1
HFCKW 22 Treibhauspotential: 4100
HFCKW 141b Treibhauspotential: 1500

Fragen Sie bei der Produktwahl genau nach und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, welches Treibmittel benutzt wurde! Sollten Sie sich dennoch für Polystyrol-Dämmstoffe entscheiden, achten Sie darauf, dass die Platten mind. ½ Jahr abgelagert wurden, da sie schwinden. Bei den Kosten ist zu beachten, dass bei einer Putzausbesserung mit neuem Anstrich „Sowieso-Kosten“ für Gerüst und Anstrich anfallen, die in der Gesamt-Bilanz von diesen Kosten abzuziehen sind. Der finanzielle Aufwand, den man für Außenputzarbeiten und Malerarbeiten aufbringen muss, beträgt ca. 50,- Euro/m2. Die Mehrkosten für das Aufbringen eines Wärmedämmverbundsystems betragen bei konventionellen Systemen etwa 35%.

Erläuterungen zu Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Punkte, Winkel und Flächen der Gebäudehülle, an denen gegenüber den übrigen Bauteilen erhöhte Transmissionen stattfinden. Mit dem Begriff Wärmebrücken werden alle Bauteile oder Bauteilzonen bezeichnet, durch die die Wärme stärker, bzw. schneller fließt als durch die benachbarten Bauteile / Bauteilzonen. Wenn durch eine solche „Störung“ in der Wärme übertragenden Gebäudehülle an einem „Punkt“ die Wärme schneller vom Innenraum nach außen
fließen kann als durch die umgebenen Bauteile, besteht die Gefahr von Tauwasserbildung. Dieses kann zur Schädigung dieses Bauteiles oder zur Schimmelbildung führen. Man unterscheidet geometrische und konstruktive, lineare und flächenhafte Wärmebrücken.
Es werden grundsätzlich vier Arten von Wärmebrücken unterschieden:

  • Materialbedingte Wärmebrücken sind aus Materialien, deren Wärmeleitfähigkeit größer ist als die der umgebenden Bauteile.
  • Geometrisch bedingte Wärmebrücken entstehen immer, wenn die Wärme abgebende Oberfläche eines Bauteils größer ist als die Wärme aufnehmende Fläche z.B. Gebäudeecken.
  • Konstruktionsbedingte Wärmebrücken treten immer dann auf, wenn die Wärme übertragende Gebäudehülle bei bestimmten Bauteilen geschwächt ist z.B. Heizkörpernischen, Auflager für Bodenplatten, Schlitze für Installationsleitungen, usw.
  • Lüftungsbedingte Wärmebrücken haben grundsätzlich als Ursache konvektive Luftströme durch Fugen und andere Gebäudeundichtigkeiten. Diese Gebäudeundichtigkeiten lassen sich mittels einer Blower-Door-Messung feststellen.

Im Folgenden werden solche Wärmebrücken betrachtet, die nicht bereits in die Kalkulation der Bauteil-Transmissionen eingegangen sind. Sowohl geometrische als auch konstruktive Wärmebrücken werden durch die Berechnungsmethode
der Bauteile berücksichtigt. Bei deren Flächen werden die Außenmaße eingesetzt, d.h. das alle Wandund Deckenanschlüsse mit abgedeckt werden. In unbeheizten Räumen verlaufende Rohrleitungen (Wasser- und Heizungsrohre) sollten gedämmt
werden. Vorhandene Heizkörpernischen sollten ausgemauert werden. Neu zu errichtende Installationsschächte sollten nach Möglichkeit nicht in der Gebäudeaußenhülle erstellt werden. Im Normalfall werden Wärmebrücken mit einem Pauschalwert berücksichtigt. Bei der Berechnung nach Energie-Einsparverordnung (EnEV) wurde ein pauschaler Aufschlag für die Wärmebrücken von 0,1 W/m2K auf die U-Werte der Gebäudehülle verwendet.

Empfehlungen zur Anlagentechnik

Heizungsmodernisierung

Die Heizungsanlage sollte zusätzlich mit einer modernen Steuerung adaptiert werden, welche in der Lage ist, als Steuergröße die Rücklauftemperatur in die Regelung einzubeziehen. Hierdurch verringert sich die Betriebszeit des Kessels insbesondere den Teillastbetrieb in den Übergangszeiten enorm. Vor Inbetriebnahme des Steuermoduls muss ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage erfolgen. Die Umwälzpumpe sollte elektronisch drehzahl- oder druckdifferenzgeregelt ihre Leistung anpassen können (s.o.). Die Heiz- und Warmwasserleitungen müssen zur Vermeidung von Wärmeverlusten gut
gedämmt werden. In Zusammenhang mit einer Heizungsmodernisierung bzw. bei Austausch der Heizkörper bzw. Ersatz von Einzelfeuerstätten sollten Sie die Möglichkeit in Erwägung ziehen, Wandflächenheizungen einzubauen.

Im Gegensatz zu normalen Heizkörpern (Erwärmung durch die Luft) bieten Wandflächenheizungen angenehme Strahlungswärme (vergleiche Sonne, Kachel-/Grundofen!), die tief in den Körper eindringt und folgende Vorteile bietet: keine Luftumwälzung im Raum und damit weniger Staubaufkommen, optimale Behaglichkeit und Energieersparnis (Raumumfassungsflächen sind wärmer, entziehen dem Körper damit weniger Wärme und erlauben somit bei gleicher Behaglichkeit niedrigere Raumtemperaturen (Bei 1°C weniger Raumtemperatur werden 6% Energie eingespart!). Allerdings muss die Möblierung vorab genauer geplant werden. Bilder können aber mit Hilfe von Bildleisten bzw. Wärmefolien zur Ortung der Heizrohre aufgehängt werden!

Außerdem sollten Außenwandflächen, auf denen Wandheizungen montiert werden, einen Mindest-UWert von 0,35 W/m²K aufweisen. Wandflächenheizungen bieten die baubiologisch besten Wärmeübertragungsflächen. „Es fühlt sich an, als hätte man in jedem Raum einen Kachelofen!“ Im Idealfall werden die Heizregister mit Lehm verputzt, dann ist ein optimales Wohlfühlklima (Raumluftfeuchte, Strahlungs- und Temperaturverhalten) gegeben.
Außer den verputzen Rohschlangen gibt es auch Plattensysteme, bei denen die Heizrohre in Gipsfaser- oder Lehmbauplatten bereits integriert sind. Diese eigenen sich z.B. auch zur Anbringung der Wandheizflächen in Dachschrägen!

Thermische Solaranlage zur Warmwasser-Bereitung

Bei der Möglichkeit zur Installation von Solarkollektoren auf nach Süden ausgerichteten Dachflächen oder mit entsprechenden Untergestellen auf ebenen Flächen kann ein großer Teil der für die Brauchwassererwärmung erforderlichen Energie solar erzeugt werden. Faustregel ein zur Dimensionierung von Solaranlagen: Kollektorfläche pro Person: Ca. 1,5 m² mit Flachkollektoren, ca. 1,0 m² mit Vakuumröhrenkollektoren. Der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung von zwei Personen kann bei einer zu erwartenden 65 % solaren Deckung von ca. 1.500 kWh/a auf etwa 600 kWh/a reduziert werden. Die thermische Solaranlage lässt sich mit der Heizungsanlage kombinieren, so dass bei anhaltend geringer Solareinstrahlung der Heizkessel die Brauchwassererwärmung unterstützt.
Der Wirkungsgrad der Anlage erhöht sich bei Verwendung eines Solar-Schichtenspeichers und der low flow Beladungstechnik.

Fotovoltaik-Anlage

Die auf eine ebene Fläche auftreffende Sonnenenergie beträgt in Deutschland im Mittel pro Tag etwa 2,9 kWh/m², d.h. im Jahr 1045 kWh/m². Der Wert optimal zur Sonne ausgerichteter Flächen beträgt im Mittel 1180 kWh/m² und variiert je nach Region um etwa 10 %.
Ein durchschnittlicher 4- Personen- Haushalt verbraucht jährlich etwa 5.000 kWh elektrischer Energie. Zur Gewinnung der erforderlichen Haushaltsstrom- Energie eines 4- Personen- Haushalts würde man für eine netzautarke Versorgung bei derzeitigen PV- Wirkungsgrad eine Modulfläche von ca. 65 m² (bei solarer Normeinstrahlung BRD) benötigen. Idealerweise werden die Module mit einer Neigung von 30° – 40° und Südausrichtung montiert. Die Anlagen können über elektronische Wechselrichter an das öffentliche Stromnetz angeschlossen
werden. Dadurch kann die aufwendige Speicherung überschüssigen Stroms in Akkumulatoren entfallen. Bei geringer PV- Anlagenleistung wird der Bedarf über das öffentliche Netz gedeckt. Die Gestehungskosten fotovoltaisch erzeugten Stroms liegen mit ca. 0,70- 1,00 € je Kilowattstunde noch immer deutlich über dem konventionell für 0,015 – 0,075 € erzeugten Strom. Durch die, in Deutschland gesetzlich garantierte, Mindesteinspeisevergütung kann sich dennoch die
Errichtung einer PV Anlage auch ohne Eigennutzung rentieren.

Die Rahmenbedingungen für den Einsatz bzw. die Installation von Fotovoltaik zur Stromerzeugung sind zurzeit äußerst günstig. Betreiber neuer Solaranlagen erhalten seit dem 01. Januar 2004 weitaus mehr Geld für den selbst produzierten sauberen Strom. Für Strom aus Solarstrahlung gibt es 41,24 Cent pro kWh als Grundvergütung (2006, später 5%/Jahr weniger). Dies gilt für Großflächenanlagen, soweit sie sich im Bereich eines Bebauungsplanes befinden. Für Solaranlagen auf Gebäuden erhöht sich die Vergütung: um 11,7 Cent pro KWh bis 30 KW Leistung und um 8,9 Cent pro KWh über 30 kW Leistung und zusätzlich um 5 Cent pro KWh bei Fassadenanlagen. Pro Jahr wird eine Kostendegression von 5 % für neue Anlagen gerechnet. Durch diese Vergütungen können diese Anlagen bei entsprechenden Rahmenbedingungen gewinnbringend arbeiten. Für Änderungen keine Gewähr!

Mechanische Lüftung ohne Wärmerückgewinnung

Die mechanische Bedarfslüftung stellt eine hygienisch einwandfreie Lösung zur Sicherung der Raumluftqualität unabhängig von Witterungseinflüssen dar.
Eine hohe Luftdichtigkeit der Bauhülle gekoppelt mit einer richtig projektierten Lüftungsanlage garantiert hierbei nicht nur weniger Energieverluste, sondern vermindert auch das Risiko von Bauschäden. Der Schallschutz gegen Außengeräusche ist gegenüber Fensterlüftung deutlich verbessert. Die Frischluft strömt in die Zuluftzonen, den Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen über regulierbare
Zuluftöffnungen ein. Der Überströmbereich umfasst z.B. Flure und das Treppenhaus. Der Abluftzone sind alle Feuchträume und besonders belastete Zimmer zugeordnet.

Alle Räume der Zu- und Abluftzone müssen ausreichend dimensionierte Überströmöffnungen haben, so dass eine ungehinderte Luftströmung auch bei geschlossenen Innentüren möglich ist. In dieser Anordnung stellt sich ein gerichteter Luftstrom von den Zulufträumen über die Überströmzone in die Ablufträume ein. In der Abluftzone stellt sich durch die kleineren Raumvolumina im Vergleich zur Zuluftzone automatisch ein höherer Luftwechsel ein. Heizanlagen und andere Feuerstätten, die innerhalb des mechanisch entlüfteten Volumens aufgestellt werden, müssen zu- und abluftseitig raumluftunabhängig betrieben werden.

Regenwassernutzung

In Deutschland fallen im Durchschnitt 700 Liter je m² Grundfläche pro Jahr. Wird das Wasser eines 150 m² großen Dachs gesammelt, kann damit eine vierköpfige Familie zu über 75 % mit Wasser versorgt- und dabei mehr als 100.000 Liter Trinkwasser jährlich eingespart werden. Weiterhin ist es für Gartenbewässerung und Haushaltsreinigung geeignet.

Durch die geringe Härte eignet sich Regenwasser auch sehr gut zum Waschen. Das qualitativ beste Regenwasser liefern geneigte Dächer mit harter Dachhaut aus Ziegel, Dachsteinen, Schiefer, Zink- oder Edelstahlblech. Regenwasser von Bitumendächern ist oft stark gelblich verfärbt und für Wäschewaschen ungeeignet; Asbestzementdächer sind wegen der Faserfreisetzung ungeeignet und zu sanieren; Gründächer vermindern den Wasserertrag stark und färben das Wasser häufig bräunlich ein. Das Regenwasser sollte möglichst dunkel und kühl gelagert werden. Erdspeicher (z.B. monolithische Betonzisternen) sind hier im Vorteil.

Innenspeicher sollten nur gewählt werden, wenn Erdspeicherung nicht möglich ist. Überschlägig können bei Wohnnutzung je Bewohner 800 Liter Tankvolumen angenommen werden. Überschüssiges Regenwasser kann einer Versickerungsanlage zugeführt werden. Den Wasserversorgern ist der Bau einer Regenwasseranlage vor Inbetriebnahme anzuzeigen. Regenwasserleitungen und Entnahmestellen müssen daher deutlich unterscheidbar von Trinkwasserleitungen und Entnahmestellen kenntlich gemacht werden.

Theme von Anders Norén